Nach–Denken + DANKEN

Am Freitag vor dem Pfingstfest begleiteten wir gemeinsam unsere 'Mit-Arbeiterin' Frau Sigrun Reiter auf dem Weg zum Grab.Nachdem ein Arzt ihr die schwere Diagnose mitgeteilt hatte, schrieb sie uns in einem Gruß:   “Ich verspreche Euch, ich werde kämpfen!...“Das ist genau 5 Jahre her!

Sie hat Ihr Versprechen eingelöst! Und sie hat uns damit in einzigartiger Weise beschenkt!

Zu leben, in dem Wissen um den unausweichlich nahenden Tod, mit all dem, was die Krankheit dem Körper an Kraft und so oft auch Wohlbefinden raubt, das gehört wohl mit zu den größten Herausforderungen, die einem so lebenszugewandten und das Leben liebenden Menschen, wie es unsere Frau Reiter war, abverlangt werden kann.

Sie liebte das Leben und sie lebte das Lieben. Das machte auch ihren Dienst bei den Menschen aus, die sie innerhalb unseres Pflegedienstes begleitete und pflegte.

Es waren wohl nicht zufällig immer wieder und in besonderer Weise die am Rande der Gesellschaft lebenden uns anvertrauten Patienten, denen sie wie selbstverständlich oft weit mehr gab, als es der „Dienstplan vorsah“.

Wissen wir immer erst, was wir hatten, wenn es verloren scheint?

Wir sind dankbar, dass sie ein so großes Stück ihres Weges und Lebens mit uns teilte: vom 1. Jahr unseres Pflegedienstbestehens –1991- bis ¼ Jahr vor ihrem Tod (in den letzten Jahre immer wieder, soweit und solange es ihre Kräfte zuließen, im Ehrenamt!).

Den Pfarrer bat sie, Ihre Beerdigung unter das Bibelwort zu stellen, dass uns die Frage beantworten kann, woher sie all die Kraft bekam und an-nahm, die ihr Leben bis zum letzten Augenblick für uns so segensreich sein ließ:

„Fürchte Dich nicht, denn ICH habe Dich erlöst; ICH habe Dich bei Deinem Namen gerufen; Du bist MEIN! (Bibelwort aus Jesaja Kap. 43, Vers 1)

In Dankbarkeit und Liebe, für alle Mitarbeitenden der Diakonie – Sozialstation Dom/Schloss:

Schwester Renate Grafe.